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Trotz couragierter Leistung keine Punkte – HC Schmiden/Oeffingen – TSV Birkenau 35:27 (18:15)

TSV Birkenau zeigt beim HC Schmiden/Oeffingen große Moral, muss sich einer Spitzenmannschaft am Ende aber mit 27:35 geschlagen geben.

Mit einer couragierten Leistung, Kampfgeist und einer starken Moral präsentierten sich die Handballerinnen des TSV Birkenau beim Auswärtsspiel gegen den HC Schmiden/Oeffingen. Gegen eine Spitzenmannschaft, die gut in die Saison gestartet ist, hielten die TSV-Damen lange Zeit dagegen, mussten sich am Ende jedoch mit 27:35 geschlagen geben.

Rund 200 Zuschauer sorgten im „Pumakäfig“ für eine stimmungsvolle Kulisse. Die Anfangsviertelstunde gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Vor allem Torhüterin Johanna Meyer erwischte einen starken Tag und hielt ihre Mannschaft mit acht Paraden in der Anfangsphase im Spiel. Selbst in Unterzahl hielten die Birkenauerinnen dagegen und blieben am Gegner dran. Anne Havemann, die insgesamt sechs Treffer erzielen konnte, traf mit einem Doppelpack zum zwischenzeitlichen 10:11 (19.)

Schrecksekunde nach dem Kopftreffer. Aber Jojo kann Gott sei Dank weitermachen.

Mit zunehmender Spielzeit gelang es den Gastgeberinnen sich etwas abzusetzen. Beim 10:14 nahm Cheftrainerin Katharina Leinert eine Auszeit, die zunächst nicht die gewünschte Wirkung zeigte. Die Hausherrinnen bauten den Vorsprung auf 12:18 weiter aus. Die Birkenauerinnen bewiesen jedoch Moral ließen in den letzten fünf Minuten vor der Pause keinen Gegentreffer mehr zu und verkürzten auf den 15:18 Halbzeitstand.

Mit diesem Lauf kamen die Odenwälderinnen auch wieder aus der Kabine. Schütz, Leinert und Rajic stellten binnen sechs Minuten auf 19:18 und vollendeten damit einen halbzeitübergreifenden 7:0 Lauf. (36.). Was nun folgte sucht nach Vergleichen. Bis zur 42. Spielminute agierte der TSV phasenweise sogar in doppelter Unterzahl. Besonders bitter: Nach einem leichten Kontakt von Marie Harbarth bei einem Sprungwurf der gegnerischen Linksaußen erhielt die Birkenauerin die Rote Karte. Selbst im heimischen Publikum wurde diese Entscheidung als deutlich überzogen wahrgenommen.

Die Gastgeberinnen nutzten die personelle Überzahl konsequent und stellten auf 23:20. In der 42. Spielminute nahm der TSV erneut eine Auszeit, um Ruhe ins Spiel zu bringen und die Kräfte für die entscheidende Schlussphase zu bündeln. Bis zur Schlussviertelstunde blieben die Birkenauerinnen mit 23:26 weiterhin auf Schlagdistanz.

Dann gelang dem HC Schmiden/Oeffingen jedoch ein 3:0-Lauf zum 23:29, der die vermeintliche Vorentscheidung bedeutete. Zusätzlich musste Spielmacherin Josi Leinert in der 51. Minute nach ihrer dritten Zeitstrafe ebenfalls vorzeitig vom Feld. Damit fehlte dem TSV eine weitere wichtige Führungsspielerin. Die Gastgeberinnen nahmen mit einer Manndeckung die bis dahin sechsmal erfolgreiche Danijela Rajic aus dem Spiel. Den Gästen fehlte in der Folge zunehmend die Durchschlagskraft, während Schmiden/Oeffingen den Vorsprung auf 25:34 ausbaute. Anne Havemann und Anna Knapp sorgten mit ihren Treffern noch für eine Ergebniskosmetik. Am Ende stand eine 27:35-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Auch wenn die Punkte beim Favoriten blieben, können die TSV-Damen aus ihrem Auftritt durchaus Selbstvertrauen mitnehmen. Gegen eine starke Mannschaft, die den Aufstieg in die dritte Liga als Saisonziel ausgerufen haben, bewiesen sie über weite Strecken, dass sie mithalten können. Immer wieder kämpften sie sich zurück, ließen sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen und gestalteten die Begegnung lange offen.

Das Fazit der Cheftrainerin: „Mit unserer Leistung bin ich trotz der deutlichen Niederlage überwiegend zufrieden. Das Ergebnis spiegelt den tatsächlichen Spielverlauf aus meiner Sicht nicht vollständig wider. Der Sieg für Schmiden geht zwar in Ordnung, allerdings wäre eine Niederlage mit vier bis fünf Toren dem Spielverlauf eher gerecht geworden. Entscheidend ist für mich jedoch, dass ich heute spielerisch und kämpferisch wieder die Mannschaft gesehen habe, die wir sein wollen. Wir haben uns über weite Strecken an unseren Matchplan gehalten und dem favorisierten Gegner eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt. In der Schlussphase mussten wir allerdings zu häufig in Unterzahl agieren und uns letztlich der hohen individuellen Qualität des Gegners geschlagen geben. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen haben wir uns in nahezu allen Bereichen deutlich gesteigert, den Kampf angenommen und als Mannschaft überzeugt. Diese Leistung und die gezeigte Entwicklung geben uns eine gute Grundlage, auf der wir in den kommenden Wochen weiter aufbauen können.“

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Für den TSV steht bereits das vierte Auswärtsspiel in Folge an. Die Reise führt nach Leinfelden, wo ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt wartet. Mit einem Auswärtssieg könnten die Birkenauerinnen den Abstand zu den Abstiegsplätzen weiter vergrößern. Die in Schmiden gezeigte Moral und Einsatzbereitschaft sollte das nötige Selbstvertrauen liefern.

Für den TSV spielten: Meyer, Bussek (im Tor), Schütz (2), Rajic (7/1), Tines (2), Smajlovic (2), Pfisterer, Harbarth (1), Hanke (2), Knapp (1), Becker, Havemann (6), Josi Leinert (4)

(Bilder: Armin Etzel)