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15 starke Minuten sind zu wenig

Im Regionalliga Derby gegen die St. Leon/Reilingen konnte unser Team das Momentum des eigenen Blitzstarts nicht nutzen. Nach 15 Minuten stand gegen den 3. Liga Absteiger ein fast sensationeller 11:3 Vorsprung auf der Anzeigetafel, obwohl Birkenaus Haupttorschützin Josi Leinert aufgrund eines Fouls nach 43 Sekunden verletzungsbedingt, zunächst auf der Bank zuschauen musste.

Rote Karte nach 43 Sekunden
Die Aktion im Mittelfeld hatte eine rote Karte für Gäste Akteurin Celina Weschenfelder zur Folge, die sich damit sicherlich in die Geschichtsbücher der Regionalliga verewigt haben dürfte. Der verbliebene Rest der Birkenauer Mannschaft,- auch Rückraumspielerin Linn Gutsche fehlte erneut verletzungsbedingt,- spielte sich danach in einen kleinen Rausch. Allen voran die wieder genesene Mariella Schütz, die mit 3 ihrer insgesamt 5 Toren in den ersten 7 Minuten maßgeblichen Anteil am Birkenauer Start- Höhenflug hatte. Ebenso wie die nach einem Bänderriss wieder genesene Anne Havemann, mit ihrem bekannt starken Durchsetzungsvermögen am Kreis steuerte sie bis zur 15. Minute ebenfalls 3 Tore zur deutlichen Anfangsführung bei. Am Ende standen 6 Treffer in ihrer Statistik, zudem stabilisierte sie wieder die Deckung im Mittelblock.

Filmriss nach 15 Minuten
Warum nach ihrem 3. Tor zum 11:3 in der 15. Minute derartig und fast kollektiv der Faden riss, war auch Trainerin Katharina Leinert nach dem Spiel ein Rätsel. „Warum wir nach 15 Minuten so aus dem Tritt kommen, nicht mehr zurückfinden, zu viele Fehler und Fehlwürfe produzieren und die 1-1 Abwehrsituationen nicht mehr annehmen, kann ich mir derzeit noch nicht erklären“, so eine ziemlich frustrierte Birkenauer Trainerin nach der 23:26 Niederlage. Bis zum Halbzeitpfiff gelang lediglich der inzwischen wieder einsatzfähigen Josie Leinert noch ein Treffer zur 12:7 Führung, ansonsten trafen nur noch die Gäste und lagen bereits zum Halbzeitpfiff mit einem Tor (12:13) in Front. Dass die ehemalige Birkenauer-Jugend-Bundesliga und 3. Liga Spielerin Leonie Scholl nicht nur wegen ihrer 6 Treffern maßgeblich am Gäste Aufschwung beteiligt war, passte ins Bild eines insgesamt gebrauchten Birkenauer Handballabends. Dazu gesellten sich kuriose Entscheidungen der beiden Unparteiischen. Warum sie auf die permanente und provozierende Kritik seitens der Gäste Bank erst in der 47. Minute mit einer gelben Karte reagierten, wird wohl ebenso deren Geheimnis bleiben, wie die 2 Minuten Zeitstrafe für Danjela Rajic, die wegen eines Wurfes aus 10 Metern ins Toreck, welche die sich bewegende Torhüterin im Gesicht traf, vom Platz gestellt wurde. Aber es waren nicht die Entscheidungen der Schiedsrichter, welche die TSV- Niederlage zu verantworten hatten.

Das von Trainerin Leinert bemängelte 1-1 Deckungsverhalten zeigte sich besonders krass auf den Außenpositionen. Die Gäste erzielten 12 ihrer 26 Tore von den Außenpositionen, von denen sie meist völlig frei zum Wurf kamen. Allein Links Außen Spielerin Annika Rimpf hätte aus meist unbedrängter Position problemlos das Dutzend voll machen können, hätte nicht eine starke Johanna Meyer im Tor Schlimmeres verhindert. Warum Birkenaus Außenspielerinnen an diesem Abend ihre Arbeit auf beiden Seiten fast vollständig einstellten, gehörte zu den vielen Rätseln des Abends. Die insgesamt 12 Paraden von „Jojo“ im Tor, sowie acht Aluminiumtreffer der Gäste, verhinderten am Ende eine deutlichere Niederlage. Dazu kam, dass die völlig glücklose Rückraum Shooterin Dani Rajic bis auf eine Ausnahme mit allen ihren Wurfversuchen am gegnerischen Block oder der guten Torhüterin Emily Lang scheiterte. Am Ende stand eine verdiente Niederlage zu Buche, die vor dem nächsten Auswärtsspiel in Bönnigheim am kommenden Wochenende schnell analysiert und abgehakt werden sollte.

TSV Birkenau: Meyer und Bussek (1 7m) im Tor, Schütz 5, Knogler, Rajic (1), Tines (1), Crnisanin (1), Pfisterer, Harbarth (2), Hanke, Knapp (2), Becker, Gutsche, Havemann (6), Leinert (5).

St. Leon/Reilingen: Lang im Tor, Nicole Weschenfelder (3), Scholl (6), Hofmann (3), Bender (2), Wagner, Zurek (2), Celina Weschenfelder, Stegmüller (1), Gänzler, Euler, Schieszl (1), Rimpf (8/3)

Beste Spielerinnen: TSV: Schütz, Meyer. ST L/R: Scholl, Rimpf
Zuschauer: 150
Verwandelte 7 Meter: TSV 0-0 St. L/R: 3-4
Gelbe Karten 1/1
2 Minuten 2/3
Rote Karten 0/1
Auszeiten: 3:2

(Artikel: Udo Laßlop)