
Im ersten Auswärtsspiel der Saison führte der Weg an den Bodensee zum bislang verlustpunktfreien Tabellenführer TuS Steißlingen. Den Hinweg trat man mit einem kleinen Kader an, den Rückweg mit leeren Händen – aber mit vielen Erkenntnissen.
Während die Gastgeberinnen mit fünf Siegen aus fünf Partien ihre Ambitionen auf einen Platz in der Spitzengruppe eindrucksvoll untermauert hatten, reisten die TSV-Damen mit einem ausgeglichenen Punktekonto von 3:3 an.
Von Beginn an stellte Steißlingen seine Defensivstärke unter Beweis und machte es den TSV Damen schwer, Lücken in der Abwehr zu finden. Zwar brachte Geburtstagskind Marie Harbarth den TSV zunächst mit 0:1 in Führung, doch die Gastgeberinnen fanden schnell ins Spiel und setzten sich bis zur zehnten Minute auf 6:2 ab. TSV-Trainerin Katharina Leinert reagierte mit einer Auszeit. Kurzzeitig schien es, als könnten die Birkenauerinnen den Lauf der Gastgeberinnen bremsen. Steißlingen erhöhte jedoch erneut das Tempo und baute den Vorsprung bis zur 20. Minute auf 17:7 aus. Beim Stand von 20:10 ging es schließlich in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang es den TSV-Damen zunächst, offensive Akzente zu setzen. Alex Becker und Jacqueline Tines verkürzten zwischenzeitlich auf 21:12. Die Hoffnung auf eine Aufholjagd kam aber gar nicht erst auf: Mit einem 7:1-Lauf zog der Tabellenführer auf und davon und stellte die Odenwälderinnen vor eine kaum zu lösende Aufgabe. Beim Stand von 28:13 nahm Katharina Leinert in der 43. Minute die nächste Auszeit.

Die dünne Personaldecke machte sich zunehmend bemerkbar. Der Kraftaufwand, sich gegen die Überlegenheit des Tabellenführers zu stemmen, hatte bereits deutliche Spuren hinterlassen. In der Schlussviertelstunde ging es deshalb vor allem darum, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Einen sehenswerten Schlusspunkt aus TSV-Sicht setzte Josi Leinert, die mit ihrem insgesamt sechsten Treffer über die Außenposition den 38:20-Endstand markierte.
„Uns war von Beginn an klar, dass wir heute ein schweres Los haben. Natürlich ist unsere noch dünner gewordene Personaldecke durch den Ausfall von Lejla Smajlovic eine weitere Herausforderung. Allerdings machen wir uns im Angriff das Leben auch selbst schwer. Wir haben 14 Fehlwürfe und 15 technische Fehler, ähnlich sah die Statistik gegen Stuttgart/Metzingen auch aus. Dadurch „laden“ wir den Gegner ins Tempo ein und werden in dieser Liga gnadenlos dafür bestraft. In der Abwehr sind wir in unseren Zweikämpfen leider nicht bereit genug gewesen, diese zu führen und helfen dadurch auch unseren Torhüterinnen zu wenig.

In Summe halten wir uns zu wenig an unseren Matchplan. Wir haben nun zwei harte Spiele, gegen Gegner auf einem anderen Level hinter uns, die wir schnellstmöglich abhaken müssen. Für kommende Woche heißt es, eigene Fehler abstellen und besser in unseren Matchplan finden.“, so das Fazit der Cheftrainerin.
Im nächsten Heimspiel am 17.10.2026, dem Nachbarschaftsduell gegen St. Leon/Reilingen, wollen die Birkenauerinnen mit der Unterstützung ihrer Fans zurück in die Erfolgsspur finden und den Anschluss an das Tabellenmittelfeld halten. Es bleibt die Hoffnung, dass sich die Personalsituation bis zum nächsten Spiel weiter entspannt und Katharina Leinert dadurch wieder mehr Möglichkeiten zur Belastungs- und Kräftesteuerung zur Verfügung stehen.
Zum Doppelspieltag hoffen die Mädels auf eine großartige Kulisse und lautstarke Unterstützung. Anwurf zu der Partie ist 19:30h.
Für den TSV spielten: Johanna Meyer, Katharina Bussek (beide im Tor), Danijela Rajic (1/1), Jacqueline Tines (4), Mathilda Pfisterer, Marie Harbarth (3), Lenya Hanke (2), Anna Knapp, Alexa Becker (1), Linn Gutsche (3), Josi Leinert (6)
(Bilder: Armin Etzel)