
Vor rund 150 Zuschauern mussten die Damen des TSV Birkenau ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Gegen die Reserve des Bundesligisten HSG Stuttgart/Metzingen II konnten die Gastgeberinnen nur in der Anfangsphase mithalten. Am Ende setzte sich der Aufstiegsaspirant deutlich mit 21:37 durch.
Für eine stimmungsvolle Kulisse sorgten neben den zahlreichen TSV-Anhängern auch viele mitgereiste Gästefans. Die unterschiedlichen Saisonziele beider Mannschaften ließen bereits vor Spielbeginn eine klare Rollenverteilung erahnen: Während die Birkenauerinnen den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben haben, ist für die HSG Stuttgart/Metzingen II der Aufstieg in die 3. Liga das erklärte Ziel.
Von diesem ungleichen Kräfteverhältnis war in der Anfangsviertelstunde allerdings wenig zu sehen. Trotz des Fehlens von Linn Gutsche, Anne Havemann und Mariella Schütz starteten die Gastgeberinnen couragiert und selbstbewusst. Angeführt von Josi Leinert und Danijela Rajic stellte der TSV die Gäste zunächst vor einige Probleme. Bis zum 6:6 legten die Birkenauerinnen immer wieder vor, Stuttgart/Metzingen erzielte jedoch postwendend den Ausgleich. Ein kurzer Bruch im Birkenauer Spiel nutzte die HSG konsequent und setzte sich auf 6:9 ab. Die Mannschaft von Trainerin Katharina Leinert konnte zunächst verhindern, dass der Rückstand wuchs. Doch gegen Ende der ersten Halbzeit erhöhte Stuttgart/Metzingen nochmals den Druck: Mit 10:16 ging es in die Pause.

Der erste Durchgang hatte bereits gezeigt, dass die Gäste jeden Fehler konsequent bestrafen würden. Entsprechend lautete die Vorgabe für die zweiten 30 Minuten, vor allem die eigenen Ballverluste zu reduzieren und geduldig zu spielen. Doch statt einer Aufholjagd erwischte die HSG den deutlich besseren Start. Mit enormem Tempo überrollten die Gäste den TSV nach Wiederanpfiff und bauten ihren Vorsprung innerhalb von nur acht Minuten auf 12:22 aus. Katharina Leinert reagierte mit einer Auszeit, um den Lauf der Gäste zu unterbrechen. Zunächst zeigte die Maßnahme Wirkung. Stuttgart/Metzingen leistete sich nun die eine oder andere Nachlässigkeit, doch die Birkenauerinnen konnten daraus leider kaum Kapital schlagen. Beim 14:24 betrug der Rückstand weiterhin zehn Tore – und die Gäste ließen anschließend keinen Zweifel mehr am Ausgang der Partie aufkommen.

Mit einem weiteren Zwischenspurt setzte sich die HSG innerhalb von weniger als vier Minuten mit einem 5:0-Lauf ab. Beim 14:29 war die Begegnung endgültig entschieden. Die TSV-Damen kämpften trotz des deutlichen Rückstands bis zum Schluss weiter und verhinderten damit einen noch höheren Rückstand. Gegen einen an diesem Tag körperlich und spielerisch überlegenen Gegner musste sich der TSV am Ende mit 21:37 geschlagen geben.

„Es hätte schon unter normalen Umständen alles bei uns passen müssen, um etwas mitzunehmen, aber ohne Linn Gutsche, Mariella Schütz und Anne Havemann war heute nicht viel mehr möglich. Wir wussten, dass wir mit unseren Kräften haushalten müssen und haben gesagt, wenn sich die erste Welle anbietet, dann spielen wir die. Eigentlich wollten wir vermeiden, dass wir uns mit schnellem Spiel vorne zu viele Fehler leisten. Aber das haben wir leider auch so getan. Am Ende hat uns dann auch einfach die Kraft gefehlt. Sobald wir vorne eine Fehlentscheidung getroffen haben, hat Stuttgart/Metzingen das gnadenlos bestraft.“, so das unverblümte Resümee der Cheftrainerin.
Mit einem ausgeglichenen Punktestand (3:3) finden sich die TSV Damen im Mittelfeld der Tabelle wieder, die langsam an Aussagekraft gewinnt. Am kommenden Sonntag (11.Oktober) geht es in die Bodenseeregion, wo man auf TuS Steißlingen, dem ungeschlagenen Tabellenführer, trifft. Anwurf ist 18h.
Für den TSV spielten: Johanna Meyer, Katharina Bussek, Monika Reiter (1), Lilly Knogler, Danijela Rajic (7), Jacqueline Tines (2), Lejla Smajlovic, Mathilda Pfisterer (1), Marie Harbarth (1), Lenya Hanke, Anna Knapp, Alexa Becker, Josi Leinert (9)
(Bilder: Armin Etzel)