
Der TSV Birkenau hat sich im ersten Relegationsspiel gegen die SG Weinstadt die Chance auf den möglichen Aufstieg in die Regionalliga bewahrt. Auch wenn die Partie in Weinstadt unnötig verloren wurde, ist für das Rückspiel am Samstag in eigener Halle weiterhin alles möglich.
Als Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg (Staffel 1) hatte sich der TSV frühzeitig die Teilnahme an der Relegation gesichert. Vor dem Start in die Saison hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass sich die Mannschaft in der neuformierten Liga derart erfolgreich präsentieren würde. Entsprechend groß war die Vorfreude auf das erste der beiden Bonusspiele – auswärts bei der SG Weinstadt, einem für den TSV weitgehend unbekannten Gegner.
Beide Mannschaften hatten die reguläre Runde mit einer ähnlichen Punkteausbeute sowie nahezu identischer Tordifferenz abgeschlossen. Die rund 30 mitgereisten TSV-Anhänger durften sich daher auf ein spannendes und umkämpftes Duell freuen.
In der mit mehr als 500 Zuschauern gut besuchten Sporthalle Beutelsbach startete der TSV vor stimmungsvoller Kulisse gut in die Partie. Einen 2:0 Rückstand drehten die Schützlinge von Katharina Leinert in eine 10:7 Führung (19.). Die Gastgeberinnen scheiterten eins ums andere Mal an Johanna Meyer in Tor der Birkenauerinnen. Als Konsequenz nahm Weinstadt eine auch für Birkenau nicht ungelegene erste Auszeit. Direkt nach Wiederanpfiff parierte Meyer erneut bärenstark, aber das Schiedsrichtergespann entschied auf Strafwurf für Weinstadt. Aber auch den 7Meter brachten die Hausherrinnen nicht im Tor unter. Das Momentum lag damit eindeutig beim TSV. Doch einen echten Mehrwert konnten die TSVlerinnen nicht herausspielen. Einfache Fehler verhalfen Weinstadt dazu die Partie weiter offen zu gestalten. Beim Spielstand von 11:10 (24.) aus birkenauer Sicht parierte Meyer erneut einen Strafwurf, verhinderte damit den Ausgleich. Leinert reagierte und nahm eine Auszeit. Der TSV rettete eine knappe Führung in die Kabine (14:12).

Nach dem Seitenwechsel wurde es rasant. Binnen zwei Minuten bauten die Gäste aus dem Odenwald den Vorsprung auf vier Treffer aus (17:13). Doch dieser Lauf dauerte nicht lange an. Mit einer drei Tore-Führung (19:16) ging es in die letzten 20 Minuten. Es folgte eine Schlussphase, die wohl niemand in der Halle auf dem Zettel hatte. Die Birkenauerinnen verloren komplett den Faden und Weinstadt drehte die Partie mit einem 4:0 Lauf (21:19, 49.), stellte sogar auf 23:21 (57.). Leinert nahm zwei Minuten vor dem Ende eine Auszeit, um die Mädels noch einmal aufzubauen und eine drohende Niederlage abzuwenden. Mehr als der Anschlusstreffer zum 23:22 Endstand war nicht drin.
Damit sind erst zwei von vier Halbzeiten gespielt. Für das Rückspiel am Samstag, den 16. Mai, benötigt der TSV über die kompletten sechzig Minuten eine konzentrierte und leidenschaftliche Leistung. Die große Unbekannte gibt es inzwischen nicht mehr – beide Teams wissen nun, was sie erwartet. Entsprechend umkämpft werden die verbleibenden 60 Minuten sein.
„Meine Mädels haben das über weiter Strecken sehr gut gemacht. Mit einem Tor Rückstand in das Heimspiel zu gehen, hätte ich am Mittwochabend sofort unterschrieben. Nach dem Spielverlauf ist es ärgerlich, dass wir kein besseres Ergebnis oder gar ein Sieg mit nach Hause nehmen. Alles in einem stimmt mich die Partie aber zuversichtlich. Wir haben mal wieder gesehen, welch Entwicklung die Mannschaft in den letzten Monaten genommen hat. Das Spiel auswärts unter maximalen Druck lange gut im Griff zu haben, macht mich stolz. Wir sind, egal ob wir aufsteigen oder nicht, auf einem sehr guten Weg. Vielen Dank an unsere überragenden Fans, die seit Monaten hinter uns stehen und uns bedingungslos unterstützen! Für das Heimspiel ist nun alles offen und wir freuen uns auf einen erneuten Schlagabtausch mit unseren Gästen.“, so Katharina Leinert direkt nach dem Spiel.
Mit den Fans im Rücken den Heimvorteil nutzen

Der Aufruf an die Fans ist dabei eindeutig: Die Langenberghalle muss zum Hexenkessel werden, um die Mannschaft auf dem Weg zum großen Ziel nach vorne zu tragen. Es werden zahlreiche Zuschauer aus dem entfernten Weinstadt erwartet. Umso wichtiger ist der heimische Support. Zum Anpfiff um 19h hoffen die Mädels auf eine ähnliche Kulisse, wie kürzlich beim Derby der Herren des TSV.
Für den TSV spielten: Meyer, Bussek (im Tor), Knogler, Rajic (3),Tines (1), Crnisanin, Pfisterer, Falter, Harbarth (1), Hanke, Knapp (1), Becker, Gutsche (3), Havemann (4), J. Leinert (9)
(Bilder: A. Etzel