
Um etwas zählbares gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer zu erreichen, war ein Sahnetag erforderlich. Und mit etwas mehr Glück hätten sich die Schützlinge von Katharina Leinert für den aufopferungsvollen Kampf belohnt.
Rund 300 Zuschauer sorgten für eine Rekordkulisse zur Prime-Time und verwandelten die Langenberghalle in einen Hexenkessel. Sportlicher Leiter Emil Hofmann hatte bereits Wochen vor der Partie viel Zeit und Engagement investiert, um den Rahmen eines absoluten Topspiels zu schaffen. Mit einer Videobotschaft in den sozialen Medien rief die Mannschaft zum Kommen auf – mit Erfolg.
Beim Einlaufen wurden die TSV-Damen von Einlaufkindern aus den Minis und der wD-Jugend begleitet – ein emotionaler Moment, nicht nur für die kleinen Sportlerinnen. Sponsor Kai Bylitza, der die Patenschaft für dieses Event übernommen hatte, überreichte feierlich zwei Spielbälle an die Akteurinnen.
Das Spitzenspiel begann zunächst ausgeglichen. Nach fünf Minuten stand es 3:3, beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Doch dann zog Pforzheim das Tempo an und setzte sich auf 4:9 (10.) ab. Das TSV-Trainerteam reagierte prompt mit einer Auszeit – mit durchschlagender Wirkung. Birkenau startete einen 3:0-Lauf und verkürzte auf 7:9. In der Folge lief man zwar meist einem knappen Rückstand hinterher, blieb jedoch stets in Schlagdistanz. Kurz vor dem Seitenwechsel dann der emotionale Höhepunkt: Linn Gutsch erzielte mit einem ihrer fünf Treffer zunächst den Ausgleich zum 14:14 und Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf Jacqueline Tines sogar zur viel umjubelte 15:14-Führung.

Direkt nach Wiederanpfiff erhöhte Birkenau auf 16:14, doch der Tabellenführer antwortete mit einem eigenen 3:0-Lauf und drehte die Partie erneut. Beim 17:20 (41.) war Pforzheim wieder auf drei Tore enteilt. Nur zwei Treffer in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit waren zu wenig. Selbst eine doppelte Überzahl konnte nicht entscheidend genutzt werden. Eine weitere Auszeit sollte die Wende bringen, doch Pforzheim spielte nun clever und abgeklärt. Die TSV-Damen bissen sich immer wieder an der starken Abwehr fest und ließen in dieser Phase zu viele Chancen ungenutzt.
Beim 20:24 (52.) schien die Partie vorentschieden. Doch Birkenau bewies Moral. Wie in der ersten Hälfte starteten sie eine kräftezehrende Aufholjagd. Josi Leinert, insgesamt 10 Treffer, und Danijela Rajic stellten auf 23:24 (55.). Die Halle stand Kopf. Doch mit den Kräften wich auch die Zielgenauigkeit beim Abschluss, so dass man in den verbleibenden Minuten aussichtsreiche Torchancen vergab und die Gäste die Begegnung letztlich mit 23:26 für sich entschieden. Auch wenn die Überraschung ausblieb – Die TSV-Damen haben gezeigt, dass sie mit einer absoluten Topmannschaft mithalten kann. Mit etwas mehr Glück und Konsequenz im Abschluss wäre durchaus etwas Zählbares möglich gewesen. Die Zuschauer, die für eine großartige Atmosphäre gesorgt haben, dürften ihr Kommen keinesfalls bereut haben.

„Ich möchte mich zuerst von Herzen bei unseren Zuschauern für diese unglaubliche Kulisse bedanken. Eine solche Atmosphäre haben unsere TSV-Damen schon lange nicht mehr erleben dürfen, genau diese Unterstützung hat uns getragen und zusätzliche Energie gegeben. Es hat mich unglaublich stolz gemacht zu sehen, wie wir uns als Verein präsentiert haben – ein besonderer Dank gilt dabei Emil.
Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft. Wir haben mutig gespielt, vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, und den Tabellenführer über lange Strecken an seine Grenzen gebracht. In der Crunchtime haben uns dann leider etwas die Kräfte und auch die Nerven gefehlt. Trotzdem haben nur wenige Teams Pforzheim so lange alles abverlangt, wie wir es heute getan haben. Unsere Aufholjagd in der ersten Halbzeit und die verdiente Pausenführung war großes Kino.
Natürlich ist es bitter, dass wir uns dafür am Ende nicht mit Punkten belohnen konnten. Aber ich bin überzeugt: Wenn wir in Ottenheim mit derselben Leidenschaft, diesem Mut und diesem Zusammenhalt auftreten, werden wir uns dort auch mit etwas Zählbarem belohnen.“ , so Katharina Leinert, die mit ihrem Trainerstab mit Jacqueline Fremr und Peter Günther, direkt nach dem Spiel das nächste Ziel schon vor Augen hat.
Nun richtet sich der Fokus auf die nächste schwere Aufgabe: Am 28.02. geht es auswärts zum direkten Tabellennachbarn nach Ottenheim. Für dieses wichtige Spiel hat die Vereinsführung einen großen Reisebus organisiert, der Mannschaft und Fans an die französische Grenze bringen wird. Gerade in der richtungsweisenden Phase der Saison erhofft sich die Mannschaft auch im fernen Ottenheim eine so bärenstarke Unterstützung.
Wer sich das nächste Spitzenspiel nicht entgehen lassen möchte, kann noch mitfahren. Es sind noch freie Plätze verfügbar. Abfahrt ist um 14:15 Uhr beim Media Markt in Weinheim, Bergstraße. Anmeldung nimmt Udo Laßlop unter lasslopudo@gmail.com oder WhatsApp 0177 240 79 66 entgegen.
Für den TSV spielten: Johanna Meyer, Katharina Bussek (beide im Tor), Josi Leinert (10), Linn Gutsche (5), Danijela Rajic (4), Lenya Hanke (1), Marie Harbarth (1), Anna Knapp (1), Jacqueline Tines (1), Alexa Becker, Marina Hassel, Anne Havemann, Lilly Knogler, Johanna Meyer, Mathilda Pfisterer
Ein besonderer Dank geht auch an die Kids des TSV Birkenau

(Bilder: Armin Etzel)