
Dank einer nervenstarken Vorstellung sichern sich die TSV Damen mit dem 29:26 in Kornwestheim einen gelungenen Abschluss der Hinrunde.
Schon vor dem Anwurf war klar, dass die letzte Hinrunden-Partie gegen den direkten Tabellennachbarn eine enge und umkämpfte Partie werden würde. Entsprechend fokussiert präsentierten sich die Birkenauerinnen von Beginn an. Den ersten Treffer der Begegnung erzielte Danijela Rajic per Unterarmwurf zum 1:0. Mit schneller Torfolge stellten die Gäste auf 5:3 (7.). Zwar nutzten die Gastgeberinnen in der Folge einige Unkonzentriertheiten der TSVlerinnen zum zwischenzeitlichen Ausgleich (5:5), doch Birkenau behielt die Kontrolle und zog bis zur 15. Minute auf 11:7 davon. Maßgeblichen Anteil daran hatte Torhüterin Johanna Meyer, die bis zu dem Zeitpunkt mit sechs Paraden – darunter ein gehaltener Siebenmeter – früh ein starkes Zeichen setzte.

In der 19. Spielminute sorgte eine umstrittene Entscheidung – Siebenmeter und Zwei-Minuten-Strafe gegen den TSV – für einen kleinen Bruch im Spiel der Odenwälderinnen. Kornwestheim verkürzte mit dem verwandelten Strafwurf auf 12:10, in Unterzahl hielt sich der TSV aber zunächst schadlos. Erst danach nutzte Kornwestheim einen Durchhänger der Gäste und drehte die Partie mit einem 4:0 Lauf zur ersten und einzigen Führung 13:14. (26.). Die Birkenauerinnen bewiesen Moral, kämpften sich zurück und stellten noch vor der Pause wieder auf 16:14. Auch in dieser Phase half Meyer ihrer Mannschaft mit zwei wichtigen Paraden.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung weiterhin ausgeglichen. Birkenau behauptete eine knappe Führung und ging mit einem 21:19-Vorsprung in die letzten 20 Minuten. Das Trainerteam entschied sich für einen Wechsel im Tor: Katharina Bussek ersetzte Johanna Meyer. Zwar gelang Kornwestheim in der 45. Minute der Ausgleich zum 23:23, doch Bussek fand zunehmend besser ins Spiel und wurde in der Schlussphase zu einem wichtigen Rückhalt.

Die Partie spitzte sich weiter zu: Birkenau verpasste mehrfach die erneute Führung, während Kornwestheim an Bussek scheiterte. Für Aufsehen sorgte ein Siebenmeter von Josi Leinert, die den Ball an die Unterlatte setzte – von dort sprang er ins Tor und erneut an die Latte. Nach kurzer Ungewissheit stand fest: Der Treffer zählt. Das 24:23 wirkte wie ein emotionaler Wendepunkt. Bussek parierte anschließend einen Strafwurf, ehe Rajic auf 25:23 erhöhte.
Mit dieser Führung ging der TSV in die letzten fünf Minuten – und behielt die Nerven. Becker baute den Vorsprung auf 27:24 aus (58.) und erzielte somit die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt zum 29:26 setzte Anne Havemann mit ihrem fünften Treffer.
Cheftrainerin Leinert fasste zusammen: „Ich bin froh, dass wir das direkte Duell für uns entscheiden konnten. Wir haben vor allem in Halbzeit 2 nicht die Nerven verloren und uns konsequent an unseren Plan gehalten. Sogar eine längere „Durststrecke“ ohne eigenes Tor haben wir, ohne in Rückstand zu geraten, gut überstanden. Vor allem die Umstellung auf die 5:1 Abwehr zum Ende des 1. Durchganges war eine zündende Idee. Insgesamt war das eine super Teamleistung kurz vor Weihnachten. Für die Mannschaft freut es mich, dass wir uns auf dem 2. Platz in die Winterpause verabschieden können. Das haben die Mädels sich nach dieser Hinrunde verdient.“
Mit dem fünften Sieg in Folge überwintern die TSV-Damen noch vor dem TuS Ottenheim auf dem zweiten Tabellenplatz. Zum Rückrundenauftakt am 24. Januar kommt es erneut zum Duell mit Kornwestheim – dann in der heimischen Langenberghalle. Zum Anwurf hoffen Mannschaft und Trainerteam auf zahlreiche Zuschauer und lautstarke Unterstützung.
Für den TSV spielten: Johanna Meyer, Katharina Bussek (beide im Tor), Josi Leinert (8), Linn Gutsche (6), Marie Harbarth (5), Alexa Becker (4), Danijela Rajic (4), Anne Havemann (1), Mathilda Pfisterer (1), Anna Knapp, Lilly Knogler
(Bilder: A. Etzel)