
Trotz dünner Personaldecke erkämpfen sich die Birkenauerinnen zwei wichtige Punkte gegen einen hartnäckigen Gegner. Josi Leinert trifft 8-mal und muss vorzeitig auf die Tribüne.
Die Ausgangssituation bei dem wichtigen Auswärtsspiel war mehr als bescheiden. Das Trainerteam musste auf gleich fünf Spielerinnen verzichten, so dass ihnen gerade mal drei Auswechselspielerinnen zu Verfügung standen. Im Spielverlauf wurde diese Personaldecke noch dünner.
Beide Mannschaften starteten rasant in diese Partie. Bereits nach drei Minuten stand es 4:4. Der TSV geriet dann zunächst mit zwei Toren in Rückstand (2:4, 6.) ehe Leinert, Schütz und Gutsche die Gäste wieder in Führung brachten (6:4, 11.) Diese schnelle Torfolge wurde durch Flein nach gut einer Viertelstunde durch eine Auszeit beim Stand von 8:6 gestoppt. Die Partie blieb zunächst spannender, als es sich die Odenwälderinnen erhofft hatten. Immer wieder konnte Flein Nadelstiche setzen und auf 10:9 (23.) verkürzen. Doch die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte klar der Gastmannschaft. Der TSV zog das Tempo an und ließ die Gastgeberinnen stehen. Zunächst traf Danijela Rajic wuchtig aus dem Rückraum, ehe Mariella Schütz mit einem Sololauf nachlegte. Johanna Meyer schickte nach einer Parade Lenya Hanke mit einem langen Ball auf dem Weg zum 13:9. Für diese drei Treffer brauchte man weniger als eine Minute. Das Schiedsrichtergespann verhängte gegen Josi Leinert eine völlig unberechtigte Zeitstrafe, die – wie sich später zeigen sollte – Folgen haben sollte. Doch selbst in Unterzahl, bauten die TSVlerinnen den Vorsprung weiter aus und stellten bis zum Halbzeitpfiff eine beruhigende 6 Tore-Führung her (17:11). Einziger Wermutstropfen der richtig guten ersten Hälfte: Anna Knapp verletzte sich früh und spätestens in der Pause war klar, dass sie nicht mehr zum Einsatz kommen würde.

Nach dem Seitenwechsel behielten die Gäste weiterhin das Heft in der Hand. Die Schützlinge von Katharina Leinert bauten den Vorsprung sogar auf 8 Treffer aus, ehe Flein eine Auszeit nahm (23:15, 41.). Zwar traf Linn Gutsche direkt nach dem Wiederanpfiff zum 24:15, doch Flein zeigte eine Reaktion und verkürzte den Rückstand mit einem 3:0 Lauf auf 24:18. Katharina Leinert nahm eine Auszeit, um ihren Mädels eine Verschnaufpause zu gönnen (44.). In der 49. Spielminute geriet der TSV beim Stand von 26:19 erneut in Unterzahl. Die Hausherrinnen nutzten die nun schwindenden Kräfte des Gegners und verkürzten wieder auf 26:22. Josi Leinert traf zum 27:22 musste jedoch Sekunden später ein zweites Mal für zwei Minuten auf die Bank. Kaum war der TSV wieder komplett, erfolgt erneut die Entscheidung gegen Leinert, die damit vorzeitig auf die Tribüne musste. Der TSV ließ sich dadurch aber nicht beirren und traf noch in Unterzahl zum 29:24. Mit diesem 5 Tore-Vorsprung ging es in die Schlussphase einer nun hitzigen Partie. Drei Minuten vor Spielende geriet der TSV erneut in Unterzahl und Flein verwandelte den fälligen Strafwurf zum 29:26, musste jedoch ebenfalls eine 2 Minutenstrafe hinnehmen, so dass es mit 5 gegen 5 weiter ging. Mit einem 3:0 Lauf stellten die Birkenauerinnen den 32:27 Endstand her. Den Schlusspunkt setzte Lenya Hanke mit ihrem fünften Treffer.

Es war die erwartet schwere Aufgabe, die man trotz der Ausfälle mit enormer Willensstärke gelöst hatte. Entsprechend groß war die Freude über die zwei wichtigen Punkte. Nun braucht es nur noch einen Punkt aus den verbleibenden zwei Partien um das erklärte Ziel, die Relegation, zu erreichen.
„Wir sind mit einem dünnen Kader angereist, der sich aber mit 60min Einsatz verdient diese zwei wichtigen Punkte im Rennen um die Vize-Meisterschaft sichern konnte. Wir haben uns gute Chancen erarbeitet, aber es leider in einer 10-15minütigen Schwächephase noch einmal unnötig spannend gemacht. Hier sind wir vor allem an unserer Wurfquote gescheitert. Die Situationen, die wir uns gut raus spielen, müssen wir besser verwerten. Daran müssen wir arbeiten, um uns in den nächsten Spielen einerseits den noch nötigen Punkt zu sichern und andererseits auch um uns bestmöglich auf die potenziellen Aufstiegsspiele vorzubereiten. Ich bin stolz auf den Kampfgeist und das Durchhaltevermögen meiner Mannschaft, die Woche für Woche arbeiten und alles für unser gemeinsames Ziel geben.“, so das Fazit von Cheftrainerin Katharina Leinert.
Nach der Partie kam es zu einer netten, wenn auch ungewöhnlichen Geste. Der Gastgeber kürte die Spielerinnen des Spiels. Josi Leinert freute sich über ihre Wahl.
Für den TSV spielten: Johanna Meyer, Katharina Bussek (beide im Tor), Josi Leinert (8), Mariella Schütz (7), Danijela Rajic (6), Lenya Hanke (5), Linn Gutsche (3), Marie Harbarth (2), Alexa Becker (1), Anne Havemann, Anna Knapp
(Bilder: A. Etzel)